Die digitale Fabrik

Smart Industry, Industry 4.0, digitale Produktion. In letzter Zeit wurde viel über „die digitale Fabrik“ geschrieben und gesagt. Eine Fabrik, in der alles voll automatisiert und papierlos abläuft. Wie realistisch ist eine solche digitale Fabrik und in welchem Ausmaß müssen Hersteller sie (schnell) verwirklichen? Diese zwei Fragen werden wir uns hier näher ansehen.

1. Wie realistisch ist die digitale Fabrik?

Zur Beantwortung dieser Frage müssen wir zunächst klären, was eine digitale Fabrik eigentlich ist. Das ist nicht ganz so einfach. Wie eine solche digitale Fabrik aussieht, hängt nämlich stark von der jeweiligen Branche ab. Die Lebensmittelbranche hat beispielsweise ganz andere Anforderungen an die Verwaltung und Steuerung des Prozesses als die Maschinen- und Anlagenbaubranche.

Grundsätzlich kann man feststellen, dass es in einer digitalen Fabrik kein Papier mehr gibt. Die Daten werden automatisch zwischen den verschiedenen Systemen und Anlagen ausgetauscht, wobei Aktionen so weit wie möglich automatisiert sind. Dabei spielen wichtige Entwicklungen wie Robotertechnik, Digitalisierung und das Internet der Dinge eine Hauptrolle. Diese Entwicklungen gewährleisten, dass die Automatisierung der Produktion zunehmend günstiger und weitreichender wird.

Auf dem Feld der flexiblen Robotertechnik sind sicherlich noch zahlreiche Hürden zu nehmen. Auf der anderen Seite ist allen, die Baxter einmal im Einsatz gesehen haben, völlig klar, dass die Robotertechnik auch bei KMU Einzug halten wird. Aufgrund verschiedener neuer Technologien ist die weitreichende Digitalisierung zunehmend greifbar. Die Integration von Systemen (denken Sie beispielsweise an Qualitätssicherungs-, ERP- und CAD/CAM-Systeme) und der Datenaustausch zwischen Systemen und Anlagen (denken Sie beispielsweise an die Integration zwischen ERP und Maschinen sowie Brückenwaagen) sind jetzt leichter denn je. Außerdem werden sie bereits in großem Maßstab angewendet.

2. Inwieweit ist die digitale Fabrik für Ihr Unternehmen notwendig?

Die Antwort hängt auf der einen Seite weitgehend von der Branche ab, in der Sie tätig sind, und von Ihrer derzeitigen Wettbewerbsposition. Auf der anderen Seite wird die Welt aufgrund verschiedener technologischer Entwicklungen (relativ gesehen) immer kleiner. Mitbewerber tauchen aus immer mehr Ecken der Welt auf, und es ist äußerst wichtig, Ihre Organisation dagegen zu verteidigen: durch kostengünstigere Produktion mit höherer Qualität und/oder durch eine Produktion, die zunehmend auf Kundenspezifikationen beruht. Als Unternehmen müssen Sie hier schnell reagieren, um den Mitbewerbern zuvorzukommen. Schließlich ist die Technologie heutzutage leicht zugänglich (d. h. relativ billig).

Die Anwendung neuer Technologien ist äußerst wichtig. Digitalisierung und Automatisierung bieten Ihrem Unternehmen viele Vorteile:

  • Kürzere Durchlaufzeiten
    Da Mitarbeiter und Maschinen problemlosen Zugang zu den Unternehmensdaten haben, ist auch keine große Serienfertigung mehr erforderlich. Die Umstellung verläuft immer schneller und leichter, wodurch die Einzelproduktion in greifbare Nähe rückt. Konkrete Beispiele für die Verringerung der Durchlaufzeiten um 50 % und mehr sind keine Ausnahme mehr. Dies ist ein hervorragendes Ergebnis, wenn man bedenkt, dass eine Durchlaufzeitverkürzung von 50 % im Durchschnitt zu einer 15%igen Kostenreduzierung führt!
  • Erhöhte Liefersicherheit
    Wenn Sie beispielsweise Ihre Lagerdaten, Anforderungen und/oder Terminpläne mit den Anlagen Ihrer Lieferanten und Kunden verbinden, ist das Risiko weniger groß, dass Ihnen die Bestände ausgehen. Außerdem sorgen die kürzeren Durchlaufzeiten für eine erhöhte Liefersicherheit.
  • Gesteigerte Effizienz
    Mitarbeiter müssen nicht länger Informationen hinterherrennen, die im gesamten Werk oder Büro verteilt sind. Alles ist sofort digital am Arbeitsplatz erhältlich. Außerdem können Sie leicht viele Tätigkeiten automatisieren, wie zum Beispiel das Eintippen von Daten in mehrere Systeme. Dadurch werden unergiebige Stunden auf ein Minimum reduziert.
  • Verbesserte Qualität
    Bei der Ausweitung der Digitalisierung in Ihrem Unternehmen verringert sich die Anzahl der Fehler. Anweisungen stehen sofort zur Verfügung und Daten stammen aus einer einzelnen zentralen Datenbank, auf die alle zugreifen können. Außerdem wird die Qualitätsmessung zunehmend einfacher und Ihre Organisation ist nun besser auf eine nachhaltige Qualitätsverbesserung vorbereitet.
  • Erhöhte Kundenzufriedenheit
    Mithilfe der digitalen Fabrik stimmen Sie Ihre Produktion mehr und mehr auf die Wünsche des Kunden ab, und die Lieferzeit lässt sich genauer festlegen. Zusätzlich können Sie Ihre Systeme leicht in die Systeme Ihrer Kunden integrieren. Beispielsweise können Sie Ihre Kunden automatisch darüber informieren, dass Produkte im Werk als „fertig für den Kunden“ gemeldet wurden und der Transport unverzüglich erfolgt. Der automatische Austausch von Serien- und Chargendaten, Qualitätsdaten und Umgebungsvariablen wird hierdurch auch möglich.
  • Erhöhte Mitarbeiterzufriedenheit
    Junge Menschen wachsen mit den modernsten Technologien auf. Sie sind daran gewöhnt und betrachten sie als wesentliche Voraussetzung, um ihre Arbeit (gut) verrichten zu können. Wenn bei Ihnen immer noch wie vor vielen Jahren gearbeitet wird, dann sind Sie für junge Talente automatisch weniger attraktiv. Talentierte, gut ausgebildete und zufriedene Mitarbeiter machen den Unterschied – auch in Ihrer Organisation!

Nur Sie können die Frage beantworten, ob eine Umstellung auf eine digitale Fabrik für Ihr Unternehmen erforderlich ist. Möglicherweise können die obigen Punkte Sie bei dieser Erwägung unterstützen. Aber Achtung: Auch die Konkurrenz schläft nicht!